Sonntag, 19. Oktober 2014

Die Kirche als „liebevolle Mutter und Ausspenderin des Heils für alle Menschen“ - oder: die letzten Worte zum Abschluss der Familiensynode 2014

                         (© HolySeePress; Abschlussmesse der Bischofssynode am 19.10.14)

Den Abschluss der III. Außerordentlichen Bischofssynode, die die XIV. Ordentliche Bischofssynode des nächsten Jahres vorbereiten wollte, bildete heute der feierliche Gottesdienst auf dem Petersplatz in Rom, in dem  auch der Konzilspapst Paul VI. seliggesprochen wurde. Papst Franziskus nahm in seiner auch in deutscher Übersetzung vorliegenden Predigt auf beides Bezug:


Samstag, 18. Oktober 2014

Kirche: ein Haus mit offenen Türen, die willkommen heißt ohne auszuschließen -
oder: Was die eigentliche Botschaft am Ende der Bischofssynode darstellt
 


Wenn man allein auf die in Deutschland verbreiteten Agenturmeldungen zum Inhalt der 'Botschaft für das Volk Gottes' am Nachmittag wie zur Veröffentlichung der 'Relatio Synodi' am Abend zum Abschluss der III. Außerordentlichen Bischofssynode vertraute, würde man sich mehr als desinformiert fühlen, wenn man bei etwas tieferer Recherche gewahr wird, dass sie ohne Kenntnisnahme der heute um 13 Uhr bzw. 18:30 Uhr angesetzten Pressekonferenzen wie der vorzustellenden Dokumente publiziert wurden und den Synodenverlauf und den Gegenstand der Berichterstattung m.E. auf den Kopf stellen.

                        (Bild: © KNA)

Freitag, 17. Oktober 2014

"Vielleicht werden wir in zehn Jahren sagen: Wir waren dabei!"

Dass Deutsch keine der offiziellen Synodensprachen ist, merkte jeder Beobachter auf, der sich über die vergangenen zwei Wochen mit dem Verlauf der III. Außerordentlichen Bischofssynode in Rom auseinandersetzte. Erst eine der letzten Pressekonferenzen ließ mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und Präsidenten der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft, Reinhard Kardinal Marx, auch deutsche O-Töne hören, die mit den Aussagen des Vorsitzenden der Französischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Marseille, Georges Pontier, zu einem Rück- und Ausblick wurden.

                            (© HolySeePress; Reinhard Kardinal Marx)


Donnerstag, 16. Oktober 2014

Accompagnare – Accoglienza – un regard positif: oder hermeneutische Schlüssel der relatio sinodi


          (© HolySeePress; Fr. Lombardi, Kardinal Schönborn)

Es war der Tag der Zusammenfassungen der Arbeitsgruppen, die zunächst im Synodenplenum vorgetragen und nachfolgend veröffentlicht wurden. Einem der Moderatoren eines 'Circulus Gallicus' – einer francophonen Kleingruppe -, dem Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, fiel es in der heutigen Pressekonferenz zu, den Stand des synodalen Geschehens ins Wort zu bringen. Als Mitglied des vorbereitenden Synodenrates berichtet er, wie sehr es Papst Franziskus schon zu Beginn der Synodenplanungen ein Anliegen gewesen sei, sich der Bedeutung und der Herausforderung der Familie zuzuwenden und zu einem gemeinsamen synodalen Weg über mehrere Etappen einzuladen. Eines der von Papst Franziskus immer wieder gebrauchten Schlüsselwörter sei 'Accompagnare', das Kardinal Schönborn in verschiedensten Formulierungen immer wieder zitierte. Dazu gehörten die Begleitung der Familie in der Betonung ihrer Bedeutung und Schönheit für jede einzelne Person wie für die Gesellschaft insgesamt, die Unterstützung in ihren Gefährdungen, aber auch die Aufgabe für die Kirche, ihre gefasste Lehre mit der Botschaft der Barmherzigkeit immer wieder neu zu verbinden.


Mittwoch, 15. Oktober 2014

Die Konzentration in diesen Tagen ist fast mit Händen zu greifen...

Als wenn sich der Pressesturm von gestern über Nacht gelegt habe, vermittelten die heute zur Pressekonferenz geladenen Moderatoren zweier Kleingruppen, der Erzbischof von Barcelona, Kardinal Lluís Martínez Sistach, und Erzbischof von Louisville, Joseph Edward Kurtz, sowie der als Relator einer italienischen Sprachgruppe die Ergebnisse zusammenfassende Präsident des Päpstlichen Rates zur Neuevangelisierung, Erzbischof Rino Fisichella, den Eindruck, dass der von Pressesprecher Lorenzo Lombardi noch einmal als solcher titulierte 'Cammino sinodali' in guter Gemeinschaft und konzentrierter Auseinandersetzung voranschreitet.
                          (Kardinal Sistach, Pressesprecher Fr. Lombardi)

Dienstag, 14. Oktober 2014

Großes Interesse an Weltbischofssynode im Netz

Die Überschrift ist einer schon einen Tag alten Pressenotiz des Vatikanischen Presseamtes entnommen: Per Twitter verbreitete Links zu Dokumenten und Berichten über das Bischofstreffen seien 1,7 Millionen mal angeklickt worden. Und dem Twitter-Dienst des vatikanische Presseamts selbst folgten mittlerweile knapp 11.000 Nutzer. Wie am Sonntag vor Synodenbeginn gesagt, gehört auch dies zu einer neuen transparenten Kommunikationsstrategie des Vatikans während der Bischofssynode: Die Verfahren, die Öffentlichkeitsarbeit und die Weise der Ergebnisdokumentation ist verändert, transparenter und dynamisiert, so dass jeder interessierte Beobachter sehr nah das Geschehen verfolgen, sich direkt einbezogen fühlen kann. Eine Kirche, die sich transparent gibt und beinahe 'in Echtzeit' allen aufmerksamen Beobachtern alle Einblicke gewährt, um sich ein Bild zu machen von dem 'work in progress' einer Kirche im Aufbruch.

                          (Kardinal Napier, Pressesprecher Fr. Lombardi, Kardinal Filoni)
 
 

Montag, 13. Oktober 2014

Der Geist des 2. Vatikanischen Konzils, der Geist von 'Gaudium et spes'

So lauteten O-Töne und Eindrücke von Synodenteilnehmer, die vom Sekretär, Erzbischof Bruno Forte von Chieti-Vasto (Italien), und Synodenpräsident Kardinal Luis Antonio Tagle aus Manila (Philippinen) auf der heutigen Pressekonferenz zitiert wurden. Sie bezogen sich auf die von Kardinal Peter Erdö am heutigen frühen Vormittag in 52 Minuten vorgetragene 'Zusammenfassung nach den Diskussionen' der ersten Synodenwoche. Als 'pastorales Erdbeben' wurde sie in reißerischen Überschriften schnell medial kommuniziert. Dabei konnte diese für heute mit Spannung erwartete 'relatio post disceptationem' eigentlich nur dann überraschen, wenn man die täglichen Pressekonferenzen der ersten Synodenwoche nicht mit verfolgt hat, da sich alle Gedanken über die Tage verstreut – aber wie an einer Perlenkette gereiht – schon genauso wiederfinden; und auch in diesem Blog-Kommentar aufgemerkt wurden.

                 (Pressekonferenz mit Erzbischof Forte, Kardinal Tagle, Kardinal Erdö)
 
 


Sonntag, 12. Oktober 2014

Die Güte Gottes hat keine Grenzen und schließt niemanden aus...

Sowohl die Predigt der Sonntagsmesse im Petersdom im Gedenken an die Heiligsprechung zweier Kanadischer Missionare als auch die Ansprache zum Angelus am Mittag widmete Papst Franziskus der Auslegung des Evangeliums des heutigen 28. Sonntags im Jahreskreis aus dem Matthäusevangelium Kap. 22, 1-14. Aus der mittäglichen Ansprache möchte ich eine bewegende Passage herausheben, in der Papst Franziskus meines Erachtens auch die gestern angesprochene Zielrichtung dieser Bischofssynode pointiert und die Einladung an die Welt zum Gastmahl des Herrn ausspricht:

             (© Robert Boecker)

Samstag, 11. Oktober 2014

Aus allen Poren zu spüren ist: Kirche geht nur mit Familien!"


Diesen Satz sagte mir gestern unsere Berliner Auditrix Ute Eberl, die ebenfalls am Freitag ihre deutsche Stimme in die Synodenaula in Anwesenheit des Papstes einbrachte. Wie sehr dieser Satz für die katholische Kirche stimmt und – im wahrsten Sinn – 'in guter Tradition' steht, wurde heute auf der Pressekonferenz deutlich:


Freitag, 10. Oktober 2014

Endlich Synodengeflüster: "Eine Synode, die die Fenster öffnet!"

Mit diesem Zitat verband der honduranische Kardinal Óscar Rodríguez Maradiaga, der als Vertreter Mittelamerikas den von Papst Franziskus zur Kurienreform einberufenen Kardinalsrat koordiniert, am Ende des fünften Synodentags die Erinnerung an dieselben Worte Papst Johannes XXIII. zu Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils. Wie dieses sei diese Bischofssynode „eine Synode der Hoffnung, des Glaubens und insbesondere für die pastoralen Haltungen, die notwendiger denn je sind.“ In gleicher Weise äußerten sich der Leiter der deutschsprachigen Abteilung bei Radio Vatikan, P. Bernd Hagenkord, und der Sprecher der Synode, Fr. Thomas Rosica: Eine „Atmosphäre der Freiheit“ sei zu spüren und der „Leidenschaft, die die Kirche brauche". Ein Resümee, derer sich viele ergänzen ließen am Ende einer Woche, die mit über 180 Statements und 80 freien Debattenbeiträgen so ziemlich alle Themen und heißen Eisen angepackt hat, die sich hinter dem Synodentitel der 'Pastoralen Herausforderungen der Familien im Kontext der Evangelisierung' verbergen.


Donnerstag, 9. Oktober 2014

Dass Papst Franziskus den Friedensnobelpreis verdiente....

Papst Franziskus hätte den Friedensnobelpreis auch verdient gehabt. Frieden hat nach alter Lehre die Eigenschaft Gemeinschaft zu bewirken: Gemeinschaft durch Ausgleich verschiedener Interessen, aber vor allem durch eine Einung vermittelnde Haltung, die in der Liebe gründet und sie ausdrückt. (vgl. STh II-II 29)

                          (Bild: © KNA)


Mittwoch, 8. Oktober 2014

'Hinhorchen', 'Hinschauen', die ' Kunst der Begleitung' und die 'Medizin der Barmherzigkeit'

"Wir brauchen einen wertschätzenden Umgang mit Situationen, die nicht der vollen Realität der sakramentalen christlichen Ehe entsprechen", sagte der Kardinal Schönborn der Wiener Zeitung bereits am 29.9.2014 und ebenso, dass er diesen Gedanken in seinem Redebeitrag bei der Synode hervorheben und im Zusammenhang des Umgangs mit Situationen des Scheiterns thematisieren werde.
 
                         Synodenaula (© KNA)



Dienstag, 7. Oktober 2014

Von Analogie und Gradualität – oder: erste Schlüsselbegriffe für Lösungsansätze der Familiensynode

Vielleicht wird man rückblickend von diesem Tag sagen – der die Auseinandersetzung mit dem naturrechtlichen Denkansatz wie mit der Berufung des Menschen zu Christus in Bezug auf die Familie (also die Kapitel III und IV des I. Teiles des 'Instrumentum laboris') vorsah –, dass an eben diesem Dienstagvormittag bereits die Schlüsselgedanken bewegt wurden, die für die offenen pastoralen Fragen der Familiensynode richtungsweisend werden sollten.
 
 

Montag, 6. Oktober 2014

Im Geist der Synodalität – oder: wie die Bischofssynode begann

'Welch ein Papst', dachte ich bereits heute Vormittag in ferner Erinnerung an das Zweite Vatikanische Konzil, nachdem Papst Franziskus zu Beginn der Synode für alle Synodalen einen „Geist der Synodalität“ beschwor und nochmals eindringlich zu einer offenen, freien Rede aufrief:

                                             (Bild: © KNA) 
"Eine Grundbedingung dafür ist es, offen zu sprechen. Keiner soll sagen: ‚Das kann man nicht sagen, sonst könnte ja jemand von mir so oder so denken...’ Alles muss ausgesprochen werden, was jemand sich zu sagen gedrängt fühlt! […] Man muss alles sagen, was man sich im Herrn zu sagen gedrängt fühlt: ohne menschliche Rücksichten, ohne Zögern!“ (Pressemeldung von Radio Vatikan vom 6.10.2014)

Sonntag, 5. Oktober 2014

Was alles neu ist bei der ersten Synode unter der Leitung von Papst Franziskus

                                   (Bild: © Andrea Göppel)

Die kommende Synode ist in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit. Direkt mit dem Beginn setzt Papst Franziskus bei der ersten Bischofssynode unter seiner Leitung Akzente:



Samstag, 4. Oktober 2014

Die Synode ist eine Sensation – oder: um was es geht…

                         (Bild: © Andrea Göppel) 
Diese Synode ist eine Sensation. Denn die Fragen, um die es geht, sind ja im Grunde gar keine offenen, sondern längst entschiedene – an prominenter Stelle nachzulesen –, verbindliche Lehre. Ein bekannter, theologisch nicht so zart besaiteter und handwerklich denkender Freund sagte mir, dass sie 'mit Zement angerührt seien, denn auf alle offenen Fragen gebe es doch eindeutige Antworten'. Und er hat – von dem mehr unangemessenen Wortspiel abgesehen – insofern recht, als die kirchliche Lehre doch eindeutig formuliert ist:

Freitag, 3. Oktober 2014

Was als Ergebnis der Synode schon feststeht...

Dass mir nachgesagt würde, dass ich schon wüsste, wie die Familiensynode ausgeht, hörte ich gestern mit einem Augenzwinkern nach einem Interview für das Kölner Domradio. Für zwei Aspekte stimmt das auch, die aber weder eine Spekulation darstellen noch den Verlauf der Bischofssynode in irgendeiner Weise vorwegnehmen.  

                         (Bild: © Andrea Göppel)
 


Donnerstag, 2. Oktober 2014

Die Spannung könnte nicht größer sein...
 
Die mit Spannung erwartete III. Außerordentliche Bischofssynode zum Thema ‚Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung' beginnt am kommenden Sonntag, den 5.10.2014 in Rom.
 
    Synodenaula (© KNA)
 
Mit Beginn der Synode möchte ich mit einem täglich aktualisierten Kommentar  den Verlauf wie den Fortschritt der Bischofssynode dokumentieren. Dabei möchte ich die in den nächsten Wochen veröffentlichten Stellungnahmen in Bezug auf die zugrundeliegenden Dokumente und die mit ihnen zusammenhängenden Fragestellungen einordnen. Eine Sonderseite des Erzbistums Köln hält weitere Informationen auf einer Themenseite zur Familiensynode bereit.